Gedanken zum Themenabend: Fotograf/Fotografin

Ein Beitrag von Hubert Müller:
Am 18.01.2017 wurden dreizehn Fotos zum Thema „Fotograf/Fotografin“ über Beamer präsentiert, wobei, wie auf der letzten Mitgliederversammlung beschlossen, auf eine Jurierung dieser Bilder verzichtet wurde. Wie schon bei den „Testläufen“ im Juli und August, erfolgte eine umfangreiche und detaillierte Diskussion in einer Art und Weise wie sie bei den bisherigen Besprechungen nur selten stattgefunden hatte.

Den Verlauf und die Ergebnisse der Diskussion in protokollarischer und chronologischer Form wiederzugeben, würde den Rahmen sprengen. Vielmehr wird im Folgenden versucht, die verschiedenen Gedanken und Äußerungen der anwesenden Mitglieder in mehr allgemeiner, verknüpfender Art zusammenzufassen, natürlich basierend auf der individuellen Umsetzung der Thematik.

Wie zu erwarten, waren – bis auf ein Bild – Personen mehr oder weniger groß zu sehen, die eine Kamera in den Händen halten bzw. sie benutzen. Erstaunen rief das „Instrument“ des Straßenfotografen hervor, der mit einer Kombination von Plattenkamera und Dunkelkammer arbeitet. Weiterhin sah man eine Bandbreite von anderen Kameratypen, über analoge und digitale Kameras bis hin zum Handy. Bei letzterem kam die Frage auf, ob das Handy ein Hinweis auf eine nicht-professionelle Fotografin sei, und ob  das Thema erfüllt sei, wenn man darunter das Bild eines Berufsfotografen erwartet. Ob der Kameratyp unsere Meinung hinsichtlich der verschiedenen Fotos beeinflusst hat, kann nicht genau gesagt werden, ebenso wenig, inwieweit das Größenverhältnis

Kamera/Fotograf eine Rolle in unserer Beurteilung spielte. Interessant wäre ein Foto gewesen, das lediglich eine Fotografin oder einen Fotografen ohne Kamera zeigt, akzeptabel aber eigentlich nur,  wenn diese Person allgemein als Vertreter/in dieses Berufsstandes bekannt ist.

Weitere Aspekte wurden diskutiert: Muss der Fotograf/die Fotografin zu erkennen sein oder darf er oder sie hinter seiner Kamera oder unter einem Tuch verschwinden? Diese Frage wurde bejaht, zeigen diese Bilder doch ein Verschmelzen von „Arbeiter“ und „Arbeitsgerät“. Das Problem, einen Fotografen bei seiner Tätigkeit zu fotografieren ohne dass man ihn erkennt, kann man –  wie auf  dem Foto auf unserer Homepage  zu erkennen – elegant mit einer Gegenlichtaufnahme lösen. Dass ein Fotograf auch dann als solcher gilt, wenn er seine Kamera nicht einsetzt, sondern lediglich in der Hand hält, war für uns klar, umso mehr noch, wenn die Kamera  ein ausgefallenes „Gerät“ ist.

Dass das Thema erfasst ist, wenn der Fotograf/die Fotografin auf dem Foto nicht vorhanden ist, wohl aber fotografisches Zubehör, wurde versucht zu verstehen.

Diskutiert wurde auch, in welchem Umfang das, was der Fotograf/die Fotografin fotografiert, auf dem Bild zu sehen sein muss/soll/darf. Fehlt das Objekt, gerät der Fotograf/die Fotografin mehr in den Fokus des Betrachters, zudem wird Neugierde erweckt. Ist das Motiv allgemein bekannt, ist es wohl gut, dieses Motiv zu beschneiden. Themengerecht waren jedoch auch die Bilder, die die Motive in größerem Maße mit einschlossen, seien es Gebäude, Personen, oder eine Landschaft. Zwar ist der Fotograf/die Fotografin dann nicht mehr alleiniger Schwerpunkt im Foto, ist das Umfeld jedoch interessant, wird ein gewisser Ausgleich geschaffen.

Fazit: Die dreizehn eingereichten und präsentierten Bilder sind trotz etlicher Parallelen individuell hinsichtlich der Umsetzung des Themas, und das ist gut so,vermitteln sie doch eindrucksvoll die Bandbreite unseres fotografischen Schaffens. Wohltuend war der weitgehende Verzicht auf die Analyse von Technik.  Ohne Vergabe von Wertungspunkten wurden die Bilder umfangreich besprochen und in fairer Weise analysiert. Es gab bedeutend mehr Wortmeldungen als bei den vorangegangenen Jurierungen und jeder hat an diesem Abend viel mitgenommen. Keine Punktezahl, berechnet bis auf zwei Stellen hinter dem Komma, sondern das gute Gefühl, an einem gemeinsamen Thema/Projekt teilgenommen zu haben. Dies gilt sicherlich auch für diejenigen, die keine Fotos präsentierten.